
Kronen Zeitung
MEISTER BLEIBT ERSTER
5:2! Sturm walzt Austria gnadenlos nieder
Fußball-Meister SK Sturm Graz hat die Tabellenführung in der Bundesliga mit einem 5:2-Kantersieg bei Austria Wien ausgebaut!
Nach Treffern von Filip Rozga (6.), Otar Kiteishvili (45.+1, 56./Elfmeter), Ryan Fosso (60.) und einem Eigentor von Aleksandar Dragovic (67.) liegen die Steirer nach der ersten Runde der Meistergruppe drei Punkte vor dem LASK. Die ab der 55. Minute numerisch geschwächte Austria hatte durch ein Blitztor von Matteo Schablas (1.) vorgelegt und die erste Hälfte diktiert.
Beide Mannschaften beendeten das Spiel zu zehnt. Austria-Verteidiger Tin Plavotic sah Gelb-Rot, Sturms Paul Koller nach einem rüden Einsteigen gegen Johannes Eggestein glatt Rot (76.). Für Sturm endete eine schwarze Serie von sieben sieglosen Duellen gegen die Austria. Am Freitagabend gastiert der bereits vier Spiele torlose Liga-Krösus Salzburg in Graz. Die vier Punkte hinter den Steirern liegende Austria spielt beim TSV Hartberg von Manfred Schmid.
Wilder Beginn
Die Austria musste aufgrund der Sperre von Lee Tae-seok auf der linken Flanke improvisieren. Schablas kam zu seinem zweiten Liga-Einsatz in dieser Saison – und der durfte nach 32 Sekunden jubeln. Nach einer Kombination über rechts leitete Abubakr Barry mit der Ferse weiter und der sträflich allein gelassene 21-Jährige überwand Goalie Matteo Bignetti mit einem Schuss zwischen die Beine.
Die Gäste antworteten rasch. Seedy Jatta scheiterte nach einem Stanglpass von Kiteishvili noch an Samuel Sahin-Radlinger, Rozga war für den Nachschuss zur Stelle. Sturm versuchte in der Folge, das Spiel zu beruhigen, leistete sich aber immer wieder einfache Fehler bereits im Aufbauspiel. Zudem wurden die Grazer von den Tempogegenstößen der kompakt verteidigenden Austria regelmäßig unsortiert erwischt.
Austria drückt, Sturm trifft
Johannes Eggestein erzielte nach einem Grazer Patzer im Herausspielen das vermeintliche 2:1, stand aber im Abseits (21.). Kurz darauf tankte sich Barry durch, Jeyland Mitchell rettete mit dem langen Bein gerade noch (23.). Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch gestikulierte wild an der Linie und sah in Minute 28, wie Albert Vallci nach einem verunglückten Ausflug von Tormann Bignetti gerade noch klärte.
Seine Vorderleute verteidigten weiter luftig, überstanden eine violette Drangphase der Austria mit mehreren Einschussgelegenheiten vor der Pause aber unbeschadet – und gingen sogar mit einer schmeichelhaften Führung in die Kabine. Kiteishvili setzte im Konter Jatta ein, der den Georgier für den gelungenen Doppelpass fand. Kiteishvili spitzelte den Ball im Stile eines Torjägers an Sahin-Radlinger vorbei.
Kantersieg in Überzahl
Während die Austria-Fans auf eine Reaktion ihrer Mannschaft hofften, führte Sturm per VAR-Elfmeter die Vorentscheidung herbei. Plavotic war Kiteishvili auf den Rist gestiegen, wofür er Gelb-Rot sah. Der Sturm-Star verwertete den Strafstoß sicher. Danach wurde es noch deutlich. Nach einer verunglückten Rettungstat von Philipp Wiesinger schob Mittelfeld-Neuzugang Fosso ins halbleere Tor zu seinem Premieren-Treffer ein. Dragovic machte das verpatzte 115-jährige Klub-Jubiläum der Austria mit einem Eigentor perfekt. Manfred Fischer betrieb mit einem Fernschuss nur noch Ergebniskosmetik (84.).
Das Ergebnis:
FK Austria Wien – SK Sturm Graz 2:5 (1:2)
Wien, Generali Arena, 13.848 Zuschauer, Schiedsrichter Altmann
Tore: 1:0 (1.) Schablas, 1:1 (6.) Rózga, 1:2 (45.) Kiteishvili, 1:3 (55./Elfmeter) Kiteishvili, 1:4 (60.) Fosso, 1:5 (67./Eigentor) Dragović, 2:5 (84.) Fischer
Gelb-Rote Karte: Plavotic (55./wiederholtes Foulspiel)
Rote Karte: Koller (76./Foulspiel)
Gelbe Karten: Barry, Wiesinger, Handl, Dragovic bzw. Rozga
Austria: Sahin-Radlinger – Wiesinger, Dragovic, Plavotic – Ranftl, Maybach (62. Markovic), Lee K. (62. Handl), Schablas (82. Österreicher) – Fischer, Barry (82. Mörth) – Eggestein (88. Kante)
Sturm: Bignetti – Vallci, Mitchell, Koller – Hödl (72. Malic), Fosso (88. Weinhandl), Gorenc Stankovic, Karic – Kiteishvili (72. Malone), Rozga (63. Mamageishvili) – Jatta (63. Beganovic)
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Bild: APA/MAX SLOVENCIK
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